Saarländischer Rundfunk 19.5.2015: Jugendliche besetzen Saarbrücker Sparkasse

19 junge Menschen haben am Dienstagmittag die Schalterhalle der Saarbrücker Sparkasse besetzt. Sie wollten damit ihrer Forderung nach der Rücknahme der Kündigung eines Spendenkontos für Kurden in Syrien Nachdruck verleihen. Nach rund 90 Minuten Verhandlung wurden alle Studenten von der Polizei rausgetragen.

90 Minuten haben 19 junge Leute Einsatzleiter Wilhelm von der Polizei in Atem gehalten und die Schalterhalle der Sparkasse am Saarbrücker Neumarkt besetzt. Sie fordern, das von der Sparkasse zum Monatsende gekündigte Spendenkontro für den kurdischen Widerstand gegen den IS-Terror nicht zu sperren.

Spendenkonto nicht mit den Ethik-Vorschriften vereinbar
Gut 100.000 Euro waren über das Konto einer Saarbrücker Aktivistin und langjährigen Sparkassenkundin abgewickelt worden. Das Geld wurde zum Großteil bereits über eine Brüsseler Bank nach Nord-Syrien überwiesen. Die Sparkasse hatte die Kontokündigung mit der Unterstützung der verbotenen PKK begründet. Es sei außerdem nicht mit den Ethik-Vorschriften der öffentlich-rechtlichen Kasse vereinbar, dass mit dem Geld möglicherweise Waffen gekauft werden.

Das von der Vertreterin des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan geforderte Gespräch mit dem Vorstand fand nicht statt. Einsatzleiter Wilhelm ließ die 19 Jugendlichen zunächst gewähren. Es sei zunächst über 90 Minuten lang mit den Verantwortlichen der Gruppe verhandelt worden. Die Gruppe habe aber nicht eingesehen, dass sie einen Hausfriedensbruch begangen habe. Letzten Endes seien die Jugendlichen dann friedlich rausgetragen worden.

Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet
Der Sparkassenvorstand hat indes Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet. Gegen die 19 Besetzer laufen nun Ermittlungsverfahren. Noch auf dem Sparkassenvorplatz wurden ihre Personalien aufgenommen.